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Pressemitteilungen...

 

6.März 09: Mindestens 376 organisierte Neonazi-Aktionen in Sachsen im Jahr 2008 Gemeinsame Mitteilung des art dresden und a.l.i.a.s. dresden.

13. November 07: Ausstellung zu neonazistischer Jugendkultur in Sachsen wird im Kulturbüro Sachsen e.V. gezeigt

15. Juli 2007: "Anti-Antifa"-Akte: Staatsanwaltschaft Dresden stellte Ermittlungsverfahren ein

31. Januar 2007: Keine Beschlagnahmung in den Räumen des a.l.i.a.s.

31. Januar 2007: Medienprojekt wegen Pressemitteilung unter Beschuss.

30. Januar 2007: Razzia im a.l.i.a.s. Dresden

22. Januar 2007: "Anti-Antifa"-Akte mit weit über 100 Dresdner Personen

 

 

 

Pressemitteilung 06. März 09

 

Mindestens 376 organisierte Neonazi-Aktionen in Sachsen im Jahr 2008

 

Gemeinsame Mitteilung des art dresden und a.l.i.a.s. dresden


2008 fanden in Sachsen mindestens 376 Veranstaltungen und Aktionen statt, die von organisierten Neonazis vorrangig aus dem Spektrum der so genannten „Freien Kräfte“ verantwortet werden. Die Vielzahl der Aktivitäten über Konzerte, Demonstrationen und Kundgebungen, Vortragsveranstaltungen bis hin zu organisierten Propagandaaktionen aber auch Straßentheater, Stören von Veranstaltungen politischer Gegener u.a.m. verdeutlichen nicht nur die gewachsene Flexibilität der Szene, sondern auch ihre Aktionsfähigkeit sowie ihr logistisches Knowhow. Denn der weitaus größte Teil der Aktivitäten wird in der Regel nicht öffentlich organisiert und nur szene-intern mobilisiert.

Das a.l.i.a.s. dresden und das art dresden werteten für die hier vorliegende Aufstellung ausschließlich öffentlich zugängliche Quellen aus. Des Weiteren wurde eine Vielzahl ebenfalls bekannt gewordener Veranstaltungen und Aktivitäten nicht berücksichtigt. So finden beinahe flächendeckend in Sachsen in der Regel ein- bis zweiwöchentlich Treffen der Kreis- und Ortsverbände der NPD statt, die keine Beachtung fanden. Genauso wenig wie im Zusammenhang mit dem Wahlkampf stattgefundene Infotische, Info-Veranstaltungen und Propaganda-Aktionen. Auch die zahlreich stattgefundenen gewalttätigen Übergriffe, Brandanschläge und spontan verübten Propagandaaktionen wurden nicht mitgezählt.

2008 fanden in Sachsen mind. 59 neonazistische Demonstrationen/Spontandemonstrationen und Kundgebungen statt. An mind. 39 weiteren Demonstrationen und Kundgebungen beteiligten sich Neonazis in organisierter Form. Inhaltlicher Schwerpunkt war hier die Thematisierung des Mordes an der Achtjährigen Michelle aus Leipzig. Unter dem Motto „Todesstrafe für Kinderschänder“ wurden eine Reihe öffentlicher Aufzüge veranstaltet. Zudem beteiligten sich fast wöchentlich Neonazis aus dem Spektrum des Freien Netz Zwickau an den so genannten Montagsdemonstrationen in Zwickau.

Im Bereich der Musikszene wurden mind. 48 durchgeführte neonazistische Konzerte bekannt (2007:51). Größtenteils traten dabei neonazistische Bands aus Sachsen auf, aber auch aus dem europäischen Ausland. In der Regel beträgt die Teilnehmerzahl an solchen Konzerten etwa 150 bis 200 Personen. Der scheinbare Rückgang beruht auf der fortgesetzten Tendenz der Szene, Konzerte konspirativ durchzuführen. Es kann aber erfahrungsgemäß von einer höheren Dunkelziffer ausgegangen werden. Gleichzeitig setzte sich der Trend aus den Vorjahren fort, neonazistische Konzerte zunehmend in privat angemieteten Räumlichkeiten stattfinden zu lassen, was ein Eingreifen der Sicherheitsbehörden juristisch erschwert.

Ein weiterer Schwerpunkt neonazistischer Aktivitäten lag 2008 in Sachsen deutlich im subkulturellen und vorpolitischen Raum. Es wurden insgesamt 230 derartige Aktivitäten bekannt. Darunter waren 38 Vortragsveranstaltungen, die oftmals mit Referaten ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS und Wehrmacht stattfanden. Diese „Zeitzeugen der Erlebnisgeneration“ dienen als Vorbilder für die Szene. Mindestens 20 mal störten organisierte Neonazis Veranstaltungen politischer Gegner. 36 mal wurden anlassbezogene Propaganda-Aktionen und 46 mal anlassbezogene Sprühaktionen bekannt. Diese fanden vorrangig im Zusammenhang mit für die Szene wichtigen Daten statt. (Todestage von Rudolf Hess und Horst Wessel, 13. Februar) 90 weitere Aktivitäten wurden von Neonazis durchgeführt, darunter Gedenkveranstaltungen (Volkstrauertag, 17. Juni 1953), Fussballturniere, Sonnwendfeiern, Fahrtenlager, u.a.m..

Carl Clausen vom a.l.i.a.s dresden stellt hierzu fest: „Mit mindestens 376 Veranstaltungen und Aktionen, die 2008 von Neonazis in Sachsen oftmals konspirativ durchgeführt wurden, zeigt die Szene ihre Handlungsfähigkeit und Agilität. Obgleich keine direkten Vergleichsdaten zum Vorjahr vorhanden sind, kann doch von einem Zuwachs ausgegangen werden. Das Aktionsniveau sächsischer Neonazis hat sich 2008 deutlich erhöht.“


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Pressemitteilung 13. Novenber 07

 

Ausstellung zu neonazistischer Jugendkultur in Sachsen wird im Kulturbüro Sachsen e.V. gezeigt

 

Gemeinsame Pressemitteilung des AKuBiZ e.V. und a.l.i.a.s dresden


Vom 12. November bis zum 30. November wird die Ausstellung "Rechts rockt
Sachsen" in Dresden, auf der Bautzner Straße 45 in den Räumen des Kulturbüro Sachsen e.V. gezeigt.
Sachsen ist eines der Bundesländer, in welchem neonazistische Strukturen und Organisationen besonders ausgeprägt verankert sind. Damit einher geht eine fast flächendeckend vorhandene neonazistische Jugendkultur, die sich aus verschiedenen Momenten speist. Hierzu sind die vielen Anbieter von entsprechender Musik und Bekleidung genauso zu zählen, wie Fanzines und andere Publikationen, sowie eine Vielzahl von Bands und stattfindenden Konzerten, aber auch Kameradschaften und Zusammenschlüsse von Jugendlichen und Erwachsenen, die von einer starken Dynamik und Ausdifferenziertheit gekennzeichnet sind.

Nach wie vor herrscht vielerorts ein hohes Maß an Unwissen über konkrete Zusammenhänge, Strukturen und regionale Gegebenheiten. Gerade Jugendliche, aber auch die mit ihnen zusammenarbeiten, wie LehrerInnen, SozialarbeiterInnen usw., benötigen derartige Informationen, um sich selbst stark gegen rechtsextremistische Beeinflussungen zu machen.

Aus diesem Grund erstellten der AKuBiZ e.V. aus Pirna und das a.l.i.a.s. dresden im Winter 2006/2007 die Ausstellung „Rechts rockt Sachsen“, welche auf die genannten Aspekte eingeht. Seither wurde die Ausstellung in ganz Sachsen gezeigt, u.a. mehrfach in Leipzig und bei der Polizeidirektion
Westsachsen.

Die Ausstellung ist auch für SchülerInnen ab der 8. Klasse geeignet und es
besteht die Möglichkeit begleitetender Führungen für Schulklassen.

Interessierte melden sich bitte vorab:
beim Kulturbüro Sachsen e.V. unter Tel.: 0351-563 556 30
beim a.l.i.a.s dresden unter Mail: your.alias@systemli.org
beim AKuBiZ e.V. unter Mail: akubiz@gmx.de

Siehe auch: www.rechts-rockt-sachsen.de

Mike Meyers, a.l.i.a.s. dresden


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Pressemitteilung, 14. Juli 2007

 

Anlegen von Listen über politische Gegner bleibt für Dresdner Nazis folgenlos.
Staatsanwaltschaft Dresden stellte Ermittlungsverfahren ein.

 

In einer so genannten „Anti-Antifa-Akte“, die dem a.l.i.a.s. anonym zugesandt worden war, hatten offenbar Dresdner Neonazis gezielt Daten von etwa 150 vermeintlichen politischen Gegnern zusammengestellt. Darunter befinden sich auch persönliche Daten und etwa 50 Fotos, die aus Ermittlungsakten stammen. Noch immer sind viele Fragen unbeantwortet. Weder wie diese Daten in die Hände der Neonazis gelangen konnten, noch wie die Dresdner Polizei sogenannte Bildmappen erstellt und ob sie dabei die gesetzlichen Regelungen einhält ist bisher abschließend geklärt worden. Das Ermittlungsverfahren wurde jedoch laut Oberstaatsanwalt Jürgen Schär eingestellt.

Nahezu beiläufig erwähnt er in einem Interview mit der Tageszeitung „Junge Welt“ vom 14. Juni 2007 die erfolgte Einstellung des Verfahrens wegen Ausspähens von Daten.

Der Anfangsverdacht, „daß mit der systematischen Sammlung von Daten Vorbereitungshandlungen begangen sein könnten, um organisiert Gewalt gegen die linke Szene anzuwenden [...] hat sich jedoch nicht verdichtet, und darum wurde das Verfahren eingestellt“ so Schär im Interview weiter.

Die von uns gehegte Hoffnung, dass sich der Tatendrang der Ermittlungsbehörden gegen diejenigen richten wird, welche für die Zusammenstellung der Anti-Antifa-Daten verantwortlich zeigen, hat sich damit nicht erfüllt.

Dabei ist völlig offensichtlich welche Nazis aus dem Umfeld der „Freien Kräfte“ und auch welche Anwältinnen in diese Art der Informationsbeschaffung involviert sind. Bereits 2004 und 2005 hatten von polizeilichen Ermittlungen Betroffene die Staatsanwaltschaft über ihre Befürchtung informiert, dass die Anzeigen der Nazis einzig den Zwecken der Einschüchterung und Sammlung von persönlichen Daten dienen. Die meisten derartigen Anzeigen haben sich zwischenzeitlich als haltlos erwiesen, die entsprechenden Ermittlungsverfahren wurden folgerichtig eingestellt. Die persönlichen Daten sind dennoch bei den Nazis gelandet.

Dies nährt die Befürchtung, dass Dresdner Nazis auch in Zukunft so vorgehen werden. Bleibt die Frage in wie weit sich die Dresdner Ermittlungsbehörden dabei zu deren Helfern machen lassen.

Darüber hinaus stellen sich die Fragen, nach welchen Kriterien in Dresden die Bildmappen in Ermittlungsverfahren zusammengestellt werden und vor allem wie dabei die geltenden Gesetze und der Datenschutz eingehalten werden. Merkwürdig erscheint zum Beispiel die Feststellung von Jürgen Schär, dass in den „Bildmappen der Polizei, [...] ausschließlich Fotos linker Aktivisten“ zu sehen sind. Einige der Bilder stammen von Polizeidokumentationen linker Protest-Veranstaltungen und in mindestens einem Fall finden sich Bilder in den Akten, die nach schriftlicher Auskunft sowohl der Polizeidirektion Dresden als auch des Sächsischen Datenschutzbeauftragten bereits ein halbes Jahr vor Eröffnung der die Akten betreffenden Ermittlungsverfahren angeblich gelöscht worden sind.

Dazu erklärt Mike Meyers, Sprecher des a.l.i.a.s.:
Wir erwarten von der Staatsanwaltschaft Dresden, dass sie dieser fraglichen Praxis, beim Staatschutz Dresden auf den Grund geht.

 

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Pressemitteilung, 31. Januar 2007

a.l.i.a.s Dresden [antifascist, literature, information, archive, stuff]
Böhmische Str. 12, 01099 Dresden

Keine Beschlagnahmung in den Räumen des a.l.i.a.s. Dresden - Richtigstellung

 

In einem Bericht der Sächsischen Zeitung (Razzia in linkem Ladenlokal) vom
31. Januar wird behauptet, in den Räumen des a.l.i.a.s. Dresden wäre Diebesgut "beschlagnahmt" worden.

Diese Behauptung ist falsch und entbehrt jedweder Grundlage.

Tatsache ist, dass die Unterlagen den Beamten freiwillig ausgehändigt und nicht beschlagnahmt worden. Bei der Razzia handelte es sich im juristischen Sinne um eine Durchsuchung bei Dritten, nicht um eine Durchsuchung bei Beschuldigten.


Mike Meyers, Sprecher des a.l.i.a.s. weisst darauf hin, dass zu jeder Zeit offen mit den Unterlagen umgegangen worden ist "und insofern die Maßnahmen der Staatsanwaltschaft unnötig und überzogen waren. Obwohl der Mieter des a.l.i.a.s telefonisch von der Durchsuchung in Kenntnis gesetzt wurde und obwohl er zusicherte innerhalb von 30 Minuten vor Ort zu sein, wurde durch die Beamten die Schliessanlage des Büros zerstört und damit ein Sachschaden in noch unbekannter Höhe verursacht. Dies ist nicht dazu geeignet, das Vertrauen in die Polizei und Staatsanwaltschaft in der Öffentlichkeit zu erhöhen, besonders da das a.l.i.a.s. nicht als Beschuldigter gilt."

Durch die Mitte Januar erfolgte Information der Medien und der Betroffenen hatte das a.l.i.a.s. überdeutlich gemacht, dass hier nicht versucht wird "Diebesgut" zu unterschlagen, sondern stattdessen wurde die Aufgabe, die Öffentlichkeit zum Thema Neonazismus zu informieren, erfüllt.


Wir weisen daraufhin, dass die mediale Darstellung, die Staatsanwaltschaft habe "Dossiers über mehr als 100 Antifa-Angehörige" gefunden, ebenfalls irreführend ist. Vielmehr handelt es sich um Menschen verschiedener politischer Spektren. Darunter sind neben AntifaschistInnen auch eine Reihe GewerkschafterInnen, MitarbeiterInnen einer Jugendzeitschrift und linke ParteifunktionärInnen, Bundestagsabgeordnete und Hochschulprofessoren.


Hintergrund der Durchsuchung vom 29. Januar war eine Veröffentlichung des a.l.i.a.s. Mitte Januar zu einer so genannten "Anti-Antifa-Akte", in
welcher offenbar Dresdner Neonazis Daten über vermeintliche politische Gegner sammelten. Diese Akte war dem a.l.i.a.s. anonym zugesandt worden. Das a.l.i.a.s. Dresden sah und sieht es weiterhin als seine Aufgabe an, die in der Akte genannten, etwa 150 Personen, sowie die Öffentlichkeit in Kenntnis zu setzen.

Mike Meyers sagt dazu "Wir gehen nun davon aus, dass der Tatendrang der
Ermittlungsbehörden sich gegen diejenigen richten wird, welche für die Zusammenstellung der Anti-Antifa-Daten verantwortlich zeichnen."

Mit freundlichem Gruß,

Mike Meyers
a.l.i.a.s. Dresden

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Pressemitteilung - Berlin, 31. Januar 2007


Antifaschistisches Info Blatt
Gneisenaustr. 2a
10961 Berlin
hxxp://www.antifainfoblatt.de
mail@antifainfoblatt.de

Ressorts Berlin/Sachsen/Inland

 

Razzia in Dresden – Medienprojekt wegen Pressemitteilung unter Beschuss.

Am Nachmittag des 29. Januar 2007 wurde das Projekt „a.l.i.a.s.“ aus Dresden – ein offen arbeitendes Medienprojekt dass sich gegen Neonazismus engagiert – von Beamten des Dezernat Staatsschutz durchsucht. Hintergrund war eine Presse-Veröffentlichung des a.l.i.a.s. von Mitte Januar zu einer so genannten "Anti-Antifa-Akte", in welcher offenbar Dresdner Neonazis gezielt Daten über vermeintliche politische Gegner zusammengestellt haben.


Diese Akte war dem a.l.i.a.s. - wie auch zig anderen Journalisten und Initiativen - anonym zugesandt worden und nach Sichtung und Überprüfung als authentisch eingestuft worden. Danach wurden die in der Akte genannten, etwa 150 Personen aus verschiedenen politischen Spektren durch das a.l.i.a.s. in Kenntnis gesetzt sowie eine Pressemitteilung zu der zugespielten Akte versandt.

Allein die Pressemitteilung des a.l.i.a.s. war Anlass für jetzt stattgefundene Durchsuchung. Den Beamten wurden durch einen Mitarbeiter des a.l.i.a.s. die ihm zugespielten Unterlagen freiwillig ausgehändigt.


Dazu erklärt Markus Ragusch vom Antifaschistischen Infoblatt: „Das Redaktionsgeheimnis und der Informantenschutz zählten zu den elementaren Voraussetzungen einer freien Presse, an ihnen darf nicht gerüttelt werden. Das gilt auch - und insbesondere! - für kleine Medienprojekte. Trotz dem SPIEGEL-Urteil aus dem Jahre 1966, wonach Durchsuchungen unzulässig seien, wenn sie vor allem dazu dienten, einen mutmaßlichen Informanten aufzuspüren und dem ausstehenden Cicero-Urteil, lassen sich hier Ermittlungsbehörden zur gezielter Einschüchterung von bei Neonazis mißliebigen Medienprojekten mißbrauchen“.


Das es hier das kleinste Projekt und nicht die gleichermaßen über den Fall berichtenden Tageszeitungen, Zeitschriften und Internetforen traf sei bezeichnend.

Mike Meyers, Sprecher des a.l.i.a.s. erklärte dazu: "Besonders prekär ist dabei, dass die Anzeige, welche zur Einleitung des Ermittlungsverfahrens führte, von einem langjährig bekannten Neonazi, just aus dem Spektrum der neonazistischen Freien Kräfte Dresden, gestellt wurde." Tilo K. sei Mieter des Objekts auf der Oskar-Röder-Straße, was von Neonazis genutzt werde und in welchem die Unterlagen entwendet worden sein sollen.

Das Vorgehen der Neonazi-Szene, mittels Anzeigen an Daten politischer Gegner zu gelangen, ist nichts neues. Immer wieder wurde darauf auch im Antifaschistischen Infoblatt hingewiesen. Nicht zuletzt die beschlagnahmte "Anti-Antifa-Akte" enthält eine Vielzahl von Informationen, die nur aus solchen Ermittlungserfahren stammen können.


Das Antifaschistische Infoblatt wünscht den MitarbeiterInnen von a.l.i.a.s. weiterhin viel Erfolg bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit und unterstreicht: „ Informantenschutz ist das Herzstück für einen seriösen Journalismus Wir empfehlen allen betroffenen Journalisten, Medienprojekten und Archiven sich wenn nötig durch die Instanzen zu klagen. Das Zeugnisverweigerungsrecht ist nicht umsonst im Jahr 2002 zugunsten der Journalisten erweitert worden. “

Mit freundlichem Gruß

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Pressemitteilung 30. Januar 2007:

 

a.l.i.a.s Dresden [antifascist, literature, information, archive, stuff]
Böhmische Str. 12, 01099 Dresden


Razzia im a.l.i.a.s. Dresden


Am Nachmittag des gestrigen 29. Januar wurde das a.l.i.a.s. Dresden - ein Projekt von und für Menschen, die sich gegen Neonazismus engagieren - von Beamten des Dezernat Staatsschutz durchsucht.
Hintergrund war eine Veröffentlichung des a.l.i.a.s. Dresden Mitte Januar zu einer so genannten "Anti-Antifa-Akte", in welcher offenbar Dresdner
Neonazis gezielt Daten über vermeintliche politische Gegner zusammengestellt haben.
Diese Akte war dem a.l.i.a.s. anonym zugesandt worden und nach Sichtung und Überprüfung als authentisch eingestuft worden. Danach wurden die in der Akte genannten, etwa 150 Personen aus verschiedenen politischen Spektren durch das a.l.i.a.s. in Kenntnis gesetzt sowie eine Pressemitteilung versandt.


Den Beamten wurden gestern durch einen Mitarbeiter des a.l.i.a.s. die gesuchten Unterlagen freiwillig ausgehändigt.

Dazu erklärt Mike Meyers, Sprecher des a.l.i.a.s.: "Besonders prekär ist dabei, dass die Anzeige, welche zur Einleitung des Ermittlungsverfahrens führte, von einem langjährig bekannten Neonazi, just aus dem Spektrum der Freien Kräfte Dresden, gestellt wurde." Tilo K. ist Mieter des Objekts auf
der Oskar-Röder-Straße, was von Neonazis genutzt wird und in welchem die Unterlagen entwendet worden sein sollen.

Das Vorgehen der Szene, mittels Anzeigen an Daten politischer Gegner zu gelangen, ist in Dresden nichts neues. Immer wieder wurde darauf durch AntifaschistInnen hingewiesen. Nicht zuletzt die "Anti-Antifa-Akte" enthält eine Vielzahl von Informationen, die nur aus solchen Ermittlungsverfahren stammen können.


"Es waren und es sind organisierte Dresdner Neonazis aus dem Umfeld der
Freien Kräfte, welche diese Strategie seit Jahren forcieren und offenbar immer wieder erfolgreich in die Tat umsetzen können. An den durch die Neonazis initiierten Ermittlungsverfahren sind dann zumeist dieselben Beamten beteiligt, welche parallel oftmals an polizeilichen Maßnahmen gegen vermeintlich Linke dabei sind. Ein Schelm wer böses dabei denkt."

Wir gehen davon aus, dass der Tatendrang der Ermittlungsbehörden sich auch gegen diejenigen richten wird, welche für die Zusammenstellung der Anti-Antifa-Daten verantwortlich zeichnen.


Mit freundlichem Gruß,

Mike Meyers
a.l.i.a.s. Dresden

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Pressemitteilung 22. Januar 2007:

a.l.i.a.s Dresden [antifascist, literature, information, archive, stuff]
Böhmische Str. 12, 01099 Dresden


"Anti-Antifa"-Akte mit weit über 100 Dresdner Personen


In der im Januar 2007 erschienen Ausgabe 74 des „Antifaschistischen Infoblatt“ (AIB) wird offengelegt, dass Neonazis aus dem Umfeld der „Freien Kräfte Dresden“ eine Anti-Antifa Sammlung zusammengestellt haben. Nach Angaben des AIB, welche durch ein Bekennerschreiben auf einer Website ( http://de.indymedia.org ) bestätigt werden, waren Unbekannte in einen Nazitreffpunkt eingedrungen und hatten dabei Ausschnitte einer Anti-Antifa-Akte gefunden.

Zum Vorhandensein einer "Anti-Antifa" Akte sagte Anna Reichelt, Sprecherin des a.l.i.a.s.:
"Die Erfahrung zeigt, dass das Sammeln sogenannter "Anti-Antifa" Daten oftmals nur der erste Schritt ist, um dann durch Bedrohung, Denunziation bis hin zu massiver körperlicher Gewalt aktiv gegen Personen vorzugehen, die sich öffentlich gegen rechte Meinungen und Aktivitäten engagieren. Dies zeigte zuletzt das Beispiel des Berliner Bezirksverordneten der Linkspartei/PDS Kirill Jermak, der von Nazis wiedererkannt und zusammengeschlagen wurden war. "

Bei dem angesprochenen Nazitreffpunkt handelt es sich um eine Baracke auf der Oskar-Röder-Strasse in Dresden-Reick, die bereits seit 2005 von Nazis genutzt wird. In dem Gebäude in dem es mehrere Räume unter anderem für Bandproben und Kampfsporttrainings geben soll, finden regelmäßig Treffen des "Nationalen Jugendbündnisses" (NJB) statt. Vorrangig wird der Treffpunkt von den "Freien Kräften Dresden" genutzt.

Aus diesem Umfeld stammt unserer Einschätzung nach auch die dem a.l.i.a.s in Kopie vorliegende "Anti-Antifa" Akte. In der Sammlung von über hundert vorwiegend Dresdner Personen, befindet sich ein Namensindex und dazugehörig in den meisten Fällen eine Seite mit Fotos oder persönlichen Daten. Die Liste reicht dabei von aktiven Antifaschist_innen über Gewerkschafter_innen und Mitarbeiter_innen einer Jugendzeitung bis hin zu linken Parteifunktionär_innen.

Ihre Informationen haben die Nazis offensichtlich aus der Einsichtnahme in staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten erlangt. Dabei haben sie gezielt Verfahren gegen mißliebige Personen angestrengt, um diese der Strafverfolgung auszusetzen und als vermeintlich Betroffene Informationen über Antifaschist_innen zu erlangen.
Betroffene hatten die Staatsanwaltschaft bereits im Vorfeld darüber informiert, dass die Befürchtung besteht, dass die Daten aus den Ermittlungsakten zu "Anti-Antifa" Zwecken verwendet werden könnten. Die Kopien von Bildmappen, die ausschließlich linke Personen unter Nennung des Namens beinhalteten, wurden identisch in der "Anti-Antifa" Akte wiedergefunden.

Bei Personen, die sich im Rahmen gesellschaftlicher Initiativen, durch Veröffentlichungen, im Namen ihrer Parteien oder Organisationen aktiv gegen Rechts engagierten, wurden seitens der Nazis meist über das Internet Angaben zu diesen Personen recherchiert.


Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Veröffentlichung

Anna Reichelt Sprecherin des a.l.i.a.s.



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a.l.i.a.s., Böhmische Str. 12, 01099 Dresden, Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 20 Uhr