Veranstaltungen vom a.l.i.a.s.
still not lovin´ Germany
Im Jahr 2009 feiert die BRD ihr 60jähriges Bestehen und 20 Jahre Maueröffnung. Die Proteste der DDR-Bürger_innen 1989 werden dabei unisono als »friedliche Revolution« mystifiziert. Im selben Atemzug werden die Ereignisse zum Gründungsmythos einer geläuterten, souveränen und selbstbewußten Nation erhoben. Die Rehabilitierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg erscheint damit vollendet. Begonnen hatte sie mit der Ratifizierung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949, dem symbolischen »Bruch mit dem Nationalsozialismus«. Das Ende der DDR leitete die rhetorische Gleichsetzung von DDR und NS ein. Die Deutschen gelten dabei als bloße Opfer »zweier Diktaturen« und es gelingt ihnen, sich von der Verantwortung für die NS-Verbrechen weiter zu lösen. Diese Geschichtsumdeutung stellt das nationale Kollektiv in eine weltoffene, freiheitliche und demokratische Tradition. Die steigende Zahl von Naziübergriffen und -aktivitäten sowie von Alltagsrassismus und anderen Diskriminierungen passen freilich nicht in dieses Bild. Im Rahmen der Wendefeierlichkeiten sind sie deshalb allenfalls eine Randnotiz wert. Auch über den kapitalistischen Alltagsbetrieb und dessen inhumane Verwertungslogik wird kein Wort verloren.
Der Aufruf der Kampagne ist auf antide2009.blogsport.de nachzulesen.
Das a.l.i.a.s. organisiert im Rahmen der Leipziger Kampagne zwei Veranstaltungen in Dresden.
Veranstaltungen
Donnerstag 01.10.09|20 Uhr|AZ Conni
Mobilisierungsveranstaltung für die bundesweite Demonstration am Samstag den 10.10.09 in Leipzig
mit Vertreter_innen des AK2009
Montag 12.10.09|20 Uhr|AZ Conni
70 Jahre Zweiter Weltkrieg – Diskurse um Weltkrieg, Holocaust und Deutsche Schuld
Vortrag und Diskussion mit David Schweiger
(INEX, Autor u.a. in Phase 2)
Was war der Zweite Weltkrieg und was ist er heute? Dies scheinen banale Fragen. Doch das Wissen darum droht verloren zu gehen. Stattdessen etabliert sich eine selektive Wahrnehmung, die entscheidende Elemente ausklammert.
Die Veranstaltung zeigt zunächst den spezifischen Charakter des Zweiten Weltkriegs auf. Es geht darum, zu begründen, was Vernichtungskrieg und Zivilisationsbruch historisch bedeuten – zwei Begriffe, die heute oftmals standardisiert und leer sind.
Davon ausgehend sollen die öffentlichen Diskurse um den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust betrachtet werden, die von Enthistorisierung geprägt sind. Der Zweite Weltkrieg wird häufig nur noch als Rahmenhandlung des Holocaust begriffen. Dieser wird zum Zentrum des Gedenkens erhoben. Der Fokus auf Auschwitz ist jedoch nicht fähig, die osteuropäische Perspektive zu integrieren und ist auch ein deutsch-europäischer Affront gegenüber dem polnischen und russischen Gedenken.
Damit einher gehen die Universalisierung der Ereignisse und die Entschuldung der Deutschen. Holocaust und Zweiter Weltkrieg sind nur noch Mahnungen und Moralismen und die Schar der TäterInnen wird immer mehr erweitert, bis Europa voll ist mit den »Handlangern des Holocaust«.
beide Veranstaltungen finden im AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Straße 39 statt!
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a.l.i.a.s., Böhmische Str. 12, 01099 Dresden, Öffnungszeiten: Freitag 16
bis 20 Uhr