Vorträge vom a.l.i.a.s.
Seit fast zwei Jahren bietet das a.l.i.a.s verschiedene Vorträge an, die sich mit der sächsischen Neonaziszene sowie dem gesellschaftlichem Klima beschäftigen. Wenn ihr euch für einen, der unten näher beschriebenen Vortäge, interressiert, wendet euch bitte rechtzeitig per mail oder Telefon an uns.
1) Nazisubkultur in Sachsen
Immer öfter und dreister übernehmen Neonazis Mode, Codes und Symbole aus anderen,
oft nichtrechten Subkulturen. Sie hören Hatecore, Metal, Hiphop, Techno mit
extrem rechten Texten. Sie kleiden sich wie Hardcorer, Skater, usw.
Gerade in Sachsen ist die Szene besonders aktiv. Fast wöchentlich finden Neonazikonzerte
statt, viele extrem rechte Bands, Labels und Versände sind hier beheimatet.
Da den Überblick zu behalten und Neonazis und Nichtrechte unterscheiden zu
können, fällt nicht immer leicht. Der Vortrag stellt aktuelle Tendenzen in
der extrem rechten Musik und Mode vor unter besonderer Berücksichtigung der
Situation in Sachsen.
Dazu werden auch Musik- und Textbeispiele gezeigt.
2) Neonazis in Sachsen - ein Überblick
Über neun Prozent der Wählerinnen und Wähler entschieden sich bei den sächsischen
Landtagswahlen am 19. September 2004 für die NPD, der es erstmalig nach
mehreren Jahrzehnten wieder gelang, in ein Landesparlament einzuziehen.
Während sich die NPD in Sachsen auf dem parlamentarischen Vormarsch befindet
und sich als Volkes Stimme erhebt, terrorisieren gewalttätige Neonazis auf
den sächsischen Straßen alles, was sie für nichtdeutsch und nichtrechts
halten. Die eng mit der NPD verbandelten "Freien Kräfte" agieren
selbstbewusster und militanter denn zuvor. Der Vortrag stellt die aktuelle
Situation in Sachsen dar und thematisiert die Entwicklung der neonazistischen
Szene. Ausserdem wird eine Einschätzung darüber gegeben, warum gerade in
Sachen ein solcher Wahlerfolg für die NPD zustande kommen konnte.
3) 13. Februar in Dresden
Der seit 1998 in Dresden, anlässlich der Bombardierung der Stadt im Februar '45, stattfindende Naziaufmarsch hat sich als ein bedeutendes jährliches Grossevent in der bundesweiten Naziszene etabliert. Sprektrenübergreifend treffen sich jedes Jahr mehrere tausend alte und neue Nazis um ihre geschichtsrevisionistische und Shoa verharmlosende Propaganda in die Öffentlichkeit zu tragen.
Warum dieses gerade in Dresden über Jahre hinweg nahezu ungestört möglich war, liegt an der allgemeinen Gedenkpraxis in Dresden an diesem Tag. Die fast ausnahmlose Stilisierung der Deutschen als Opfer, die Ausblendung der Ursachen und Notwendigkeiten der Bombardierung und zahlreiche Mythen und Legenden bieten den Neonazis viele Anknüpfungsmöglichkeiten.
a.l.i.a.s., Böhmische Str. 12, 01099 Dresden, Öffnungszeiten: Freitag 16
bis 20 Uhr